
Kronen Zeitung
WM-TESTSPIELE
Wirtz-Wahnsinn! Deutschland gewinnt Tor-Spektakel
Florian Wirtz hat am Freitag eine Galavorstellung im Dress der deutschen Fußball-Nationalmannschaft geboten. Der Liverpool-Offensivspieler erzielte beim 4:3-Testerfolg der DFB-Auswahl in Basel gegen die Schweiz die letzten beiden Treffer (61., 85.) und hatte zuvor schon Assists für Jonathan Tah (26.) und Serge Gnabry (45.+2) geleistet. Mit Siegen starteten auch Spanien (3:0 gegen Serbien) und die Niederlande (2:1 gegen Norwegen) ins WM-Jahr, England spielte gegen Uruguay 1:1.
Die Schweiz und Deutschland begegneten einander einmal mehr absolut auf Augenhöhe. Durch Nachlässigkeiten in beiden Defensivreihen fiel das Toreschießen auf beiden Seiten nicht allzu schwer. Dan Ndoye (17.) und Breel Embolo (41.) legten für die Eidgenossen zweimal vor, Tah und Gnabry sorgten jeweils rasch wieder für den Ausgleich. Kurz zuvor hatten die Schweizer bei einem gefühlvollen Lattenschuss von Fabian Rieder Pech (43.).
Auch Niederländer drehten Partie
Nach dem Traumschlenzer von Wirtz zum 3:2 traf Joel Monteiro (79.) ebenfalls sehenswert. Das letzte Wort hatte wieder der 22-jährige Wirtz, in der 86. Minute zeigte er neuerlich seine Schussqualitäten und bewahrte sein Team damit vor einem Jahresfehlstart. Einen Rückstand wettmachen konnten auch die Niederländer. In Amsterdam traf zuerst Norwegens Andreas Schjelderup (24.), ehe Kapitän Virgil van Dijk (35.) und Tijjani Reijnders (51.) den Erfolg der „Oranjes“ fixierten. Die Norweger spielten ohne die Offensivstars Erling Haaland und Martin Ödegaard.
Im spanischen Trikot sorgte Stürmer Mikel Oyarzabal (16., 44.) in Villarreal schon vor der Pause mit zwei sehenswerten Treffern für Highlights. „Joker“ Victor Munoz (72.) machte bei seiner Länderspielpremiere alles klar. England schien ein Treffer von Abwehrspieler Ben White (81.) in London für den Sieg zu reichen, Real-Madrid-Star Federico Valverde (94.) glich vom Elfmeterpunkt aber noch aus. Kroatien bezwang Kolumbien in Florida mit 2:1.
Politische Symbolik von Iran-Spielern
Für den Iran gab es im ersten Länderspiel seit Beginn des Krieges im Nahen Osten eine 1:2-Niederlage in Antalya gegen Nigeria. Die Partie fand ohne Zuschauer statt, da der iranische Verband politische Proteste von in der Türkei lebenden Iranern im Stadion befürchtet hatte. Allerdings nutzten die Spieler die Partie selbst zur politischen Symbolik. Die iranischen Spieler betraten das Spielfeld mit Schultaschen in der Hand. Damit spielten sie auf einen Bombenangriff auf eine Mädchenschule im Süden Irans an, bei dem Ende Februar mindestens 168 Schülerinnen zwischen sieben und zwölf Jahren, 26 Lehrerinnen sowie 4 Eltern starben. Medienberichten zufolge sollen US-Streitkräfte für den Angriff verantwortlich sein.
„Derzeit ist das Ergebnis, ob Sieg oder Niederlage, nicht wichtig. Wichtig ist nur, dass die Spieler auf dem Feld zeigen, dass sie echte Iraner sind und ihr Vaterland lieben“, sagte Mirschad Madschedi vom iranischen Verband im Staatssender IRIB nach der Partie. Sardar Azmoun und Mehdi Ghaedi waren wegen Kritik aussortiert worden. Ob der Iran an der Weltmeisterschaft im Sommer teilnimmt, ist wegen des Krieges noch unklar.
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Bild: AFP/FABRICE COFFRINI














